Zur Bedeutung des rechten Schriftzuges
auf dem Ed Parker Patch

 

Die Deutung der asiatischen  Schrift auf der rechten Seite des Patches durch Ed Parker

Dieser Schriftzug soll eine Erinnerung sein,  an den Ursprung aller Kampfkünste. Aber auch eine Anerkennung an die Chinesen, was aber nicht heißt, das man ihnen dienen sollte, um ihnen zu gedenken.
Ed Parker übersetzt den Schriftzug in seinen Büchern mit "Kenpo Karate", was er als  "Das Recht  der Faust und der leeren Hand" liest. "Recht der Faust" sollEd Parker bedeuten, dass wir uns nicht von anderen diktieren lassen, was gut oder falsch ist. Wir wollen niemanden unterdrücken und werden nicht zusehen, wenn andere unterdrückt werden.
 
Da Ed Parker mit "leere Hand" übersetzt, schreibt er als Bedeutung dazu:
"Leere Hand" sagt aus wie wir kämpfen. Wir verbringen unsere Lehrjahre im Kenpo damit, mit der leeren Hand zu kämpfen. Das heißt nicht, dass wenn wir mit der "leeren Hand" schon über ein gewisses Können verfügen, das wir nicht mit einer gewissen Anzahl von Waffen trainieren.
Du weißt nie, wann der Kampf beginnt, Du kannst aber nicht immer bewaffnet herumlaufen. Es ist also am besten, wenn du zu jeder Zeit in der Lage bist, dich waffenlos zu verteidigen, deine Prinzipien und deine Ehre zu schützen, auch ohne Waffen. "

 

Der Begriff "Kenpo"

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Die Silbe "Ken" kommt aus dem japanischen und kann folgendes bedeuten: Bescheidenheit, Demut, klug, weise, Faust oder Schwert. Man kann hier schon erkennen, dass man die Bedeutung auf die unterschiedlichste Art und Weise auslegen kann. "Po" bedeutet "Recht". In Zusammenhang als "Ken Po" wurde es in früheren Zeiten meist als "Kempo" geschrieben und stand somit als japanische Bezeichnung für die chinesische Kampfkunst QuanFa (KungFu). Gemeint waren hier meist auch die verschiedenen Richtungen der okinawanischen Kampfkünste. Kempo mit "n" statt mit "m" zu schreiben führte erst Mitose ein und bezeichnete damit sein Kampfsystem. Also kann man sagen, schreibt man Kempo mit "n" (also Kenpo), deutet es meist auf einen Ursprung aus der Mitose-Richtung hin.

"Kenpo" bedeutet "Faustrecht", in Japan wird mit "Kenpo" aber auch die japanische Verfassung bezeichnet.

 

Fehler oder bewusste Prüfung?

Ed Parker erklärt in seinen Büchern die Übersetzung der unteren beiden Silben mit "leere Hand",  was nicht richtig ist. Die vorletzte Silbe ist das alte Schriftzeichen für "kara" und bedeutet China (gemeint hier Tang-Dynastie (628-907). Solche "Fehler" gibt es einige in Ed Parkers Büchern. Es gibt Leute, die sagen, dass Ed Parker dieses mit Absicht tat, um die Schüler zu prüfen einerseits und um das Lernen von Techniken oder Formen aus Büchern zu erschweren andererseits. Ob nun Absicht oder andere Gründe für diese Fehler vorliegen, werden wir heute nicht mehr herausbekommen. Fakt ist, dass es umstritten ist, Bücher mit Fehlern herauszugeben, aus welchen Gründen auch immer.

Schriftzeichen für China-Hand

Schriftzeichen für Leere-Hand

Schriftzeichen für China-Hand Schriftzeichen für leere Hand

 

Der Austausch der Schriftzeichen

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Der Initiator des Austausches der Schriftzeichen war Gichin Funakoshi, der Begründer des modernen Karate. Funakoshi war sich nicht sicher, welches von den beiden Schriftzeichen früher verwendet wurde, da es über Karate keinerlei Aufzeichnungen gab. Er vermutete, dass es das Zeichen für "China-Hand" war, da dieses immer dann benutzt wurde, wenn man etwas besonders loben wollte. Denn es gab eine Zeit auf den Ryukyu´s, zu der die Bewunderung für die Chinesen sehr groß war. Das Problem welches Funakoshi sah, war ein anderes, durch diese Schreibweise könnte es dazu kommen, dass man das Karate mit dem chinesischen Kempo verwechseln könnte. Außerdem war es auch eine Art von Stolz  der Japaner, der zu Austausch der Schriftzeichen führte, schließlich war Japan eine Art Weltmacht geworden, die es nicht nötig hatte für eine japanische Kunst chinesische Schriftzeichen zu verwenden. Funakoshi fand, dass das Schriftzeichen für "leer" eher den Charakter des Karate traf, welches eine Selbstverteidigung ohne Waffen war.

Die wahre Bedeutung des Schriftzeichens "leer" aber, beschreibt Funakoshi in seinem Buch "Karate-Do Nyumon" wie folgt:

"Wie ein leeres Tal, dass das Echo einer Stimme wiedergeben kann, muss der jenige werden, der dem Weg des Karate folgt, frei und leer, indem er sich von allem Egoismus und in aller Habsucht lossagt. Das Selbst sei im Innern frei und leer, der äußere Mensch sei aufrichtig. Das ist die wahre Bedeutung des Wortes "leer" in Karate."